Am Sonntag war Kirmes streng verboten.
Die 300jährige Geschichte der Westerkappelner Kirmes .
Westerkappeln.
Wenn sich Wochenende alle auf der Westerkappelner Herbstkirmes Vergnügen , dann denken wohl die meisten Besucher das sei immer so gewesen. Die Westerkappelner Kirmes hat doch eine wechselvolle Geschichte. Die älteste Nachricht über die Kirmes in Westerkappeln stammt von dem Wersener Pfarrer Rump (Rumpius). Er schrieb in seinem 1672 erschienenen Buch über die Grafschaft Tecklenburg, dass zweimal im Jahr Markt gehalten werde. Der erste Markt fand am Sonnabend nach Bartholomäus (24. August) statt. Einen Tag später, am Sonntag, wurde von jeher "Kirchmeß" gefeiert. Das war ein Tag zur Erinnerung an die Einweihung einer Kirche mit Jahrmarkt und allerlei Vergnügungen. Der zweite Markt fand am Martinstag (11 November) statt. Im Laufe der Zeit verblasste in den Gemeinden mit überwiegend evangelischer Bevölkerung der Charakter der "Kirchmeß". Übrig blieb nur noch das Vergnügen, die Kirmes .Mit der Übernahme der Grafschaft Tecklenburg durch Preußen im Jahr 1707 wurden Vergnügungen aller Art einem strengen Reglement unterworfen. Das Endete meist in Verboten. . Auch der Kirmessonntag fiel einem solchen Verbot zum Opfer. Gleichwohl wurde das Angebot an Märkten erweitert. Es gab über das Jahr verteilt nunmehr insgesamt vier Märkte. Wo die Märkte stattgefunden haben, ist nicht bekannt. Auf dem heutigen Kirchplatz kann es nicht gewesen sein, denn dieser war bis Anfang des 19. Jahrhunderts Friedhof Es ist auch nicht überliefert, wann der Friedhof an der Kirche eingeebnet und als Kirchplatz verwendet wurde Kirmes fand bis Ende des 19. Jahrhunderts auf einer Wiese in der Nähe der Tecklenburger Nordbahn statt. In einem Bericht im Heimatjahrbuch Westerkappeln für 1934 heißt es dazu: "Kirmes war vor fünfzig Jahren (1884) in Beverfördens Wiese, auf dem jetzigen Bahnhofsvorplatz. Heute ist die Wiese von Dresselhaus bebaut."
1929 wurde die Kirmes auf den Kirchplatz verlegt. Die Presse schrieb damals:" In diesem Jahr hatte man erstmalig den kastanienbestandenen Kirchplatz für die Budenwelt freigegeben, und der Erfolg war nicht ausgeblieben. Das war geradezu Großbetrieb." Kurz vor Ausbruch des Ersten Weltkrieges wurde auch an Sonntagen Kirmes gefeiert . Nach dem Kriege bestand wahrscheinlich ein Nachholbedarf an Vergnügungen denn nun wurde auch noch am Montag Kirmes gefeiert. Ob das Bedürfnis an Kirmesvergnügungen nach dem Zweiten Weltkrieg noch größer geworden war, lässt sich heute nicht mehr sicher sagen. Tatsache ist, dass in den sechziger Jahren auch der Sonnabend mit einbezogen wurde und nunmehr die Kirmes in Westerkappeln, drei Tag dauert. Interessant ist auch, dass der Schausteller Telsemeyer mit seinem traditionellen Karussell seit 1921 zum festen Bestandteil der Westerkappelner Kirmes gehört.
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