Kirche in Westerkappeln

 

Evangelische Stadtkirche
Westerkappeln: Der Turm hat Charakter einer Wehranlage
Die evangelische Stadtkirche im Ortskern von Westerkappeln zählt zu den herausragenden Kirchengebäuden im Tecklenburger Land.

Der älteste Teil der Kirche ist der Turm. Sein unterer Teil stammt aus dem 12. Jahrhundert, der obere Teil mit Bogenfries aus dem 13. Jahrhundert und die spitze Haube aus dem 15. Jahrhundert. Der Turm vermittelt den Eindruck einer Wehranlage(. Er wurde offenbar unabhängig von der Kirche gebaut. Der Turm hatte zur ebener Erde keinen Eingang, das Innere war nur über eine Leiter zu betreten. Vom Turm führt ein unterirdischer Gang (ein Meter breit und1,50Meter hoch) in östliche Richtung zur Ortsmitte, er ist ca.90 m. lang und führt zum Haus Große Straße 6(alt Jöllenbeck)

Wo heute das Mittelschiff und seine mitlaufenden Seitenschiffe stehen - das sogenannte Langhaus - soll im 12. Jahrhundert ein einschiffiger Saal gestanden haben. Mitte des 13. Jahrhunderts wurde dann neu gebaut: Langhaus und Querhaus bildeten von der Grundrissform her ein Kreuz. Von diesem Bau sind heute noch die Südmauer des Langhauses, das südliche Querhaus und die Nordwand des nördlichen Querhauses erhalten.

Weitere Neubauten gab es zwischen 1400 und 1440. Dabei wurde unter anderem die Südwand erhöht. Das neue Kirchenschiff erhielt ein Kreuzgewölbe. Eine Inschrift sagt, dass dies 1509 geschehen sein soll.

Die vier Chorfenster sind in ihren oberen Teilen mit einer Fischblase ähnelnden Ornamenten verziert. Experten bezeichnen dies als Fischblasenmaßwerk. An den Steinen des Chores sind Klammerlöcher zu erkennen. Sie dienten für die Zange, womit die schweren Blöcke auf den Bau gezogen wurden. Derartige Löcher sind auch an der Christuskirche in Ibbenbüren zu finden.

Flüchtige Betrachter der Kirche wundern sich immer wieder über das Portal der Kirche. Hier stehen in zwei Nischen verstümmelte Figuren. Sie sind Teil einer Figurengruppe, die im Türsturz beginnt. Sie zeigt Christus als thronenden Weltenrichter. Er wird von einem mandelförmigen Heiligenschein umgeben. Zu seinen Füßen erkennt man ein Ornament, das die Wolken des Himmels darstellen soll. Rechts und links von ihm bitten Maria und Johannes für die Menschen. Die beiden kopflosen weiblichen Figuren sind Symbole der Ecclesia und der Synagoge. Sie stellen das Alte und das Neue Testament dar.

Im Innenraum der Kirche sind  interessante Details zu entdecken. Die Kanzel stammt aus der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts. Am Chor ist eine wappengeschmückte Tür aus dem Jahr 1654 zu sehen. Sie war der Eingang zu einer Privatkapelle, die hinter dem Chor gelegen war. Die drei Kronleuchter stammen aus den Jahren 1681, 1709 und 1737.

Am südlichen Anbau sind drei Wanddenkmäler (Epitaphien) verstorbener Adeliger zu erkennen. An den Wänden sieht man Totenschilder verschiedener Adelsfamilien.

Die Kirche ist nur nach vorheriger Anmeldung zu besichtigen. Interessenten wenden sich an die an das Evangelische Gemeindeamt unter Tel. (05404) 96360.

Stadtkirche in WesterkappelnDas Innere der Kirche.Kirche in WesterkappelnKirche mit Mahnmal

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M.Esch03.06.07